Bodentiefe Fenster
Bodentiefe Fenster richtig planen: Maße, Absturzsicherung nach DIN 18008-4, Öffnungsarten, Verglasung und Sofortpreis im Konfigurator.
Was sind bodentiefe Fenster — und wann sind sie sinnvoll?
Bodentiefe Fenster beginnen — anders als klassische Fenster mit Brüstung — direkt über dem fertigen Fußboden und reichen bis zum Sturz. Die Brüstungshöhe entfällt also vollständig oder schrumpft auf wenige Zentimeter Sockel. Das Ergebnis ist eine Glasfläche, die den Raum vom Boden bis fast zur Decke öffnet: mehr Tageslicht, freier Blick in den Garten und eine deutlich großzügigere Raumwirkung, ohne dass die Grundfläche wächst.
Sinnvoll sind bodentiefe Fenster überall dort, wo Licht und Ausblick wichtiger sind als Stellfläche vor der Wand: im Wohn- und Essbereich, am Treppenauge, im Homeoffice oder als Fensterband zur Terrasse. Im Erdgeschoss ersetzen sie häufig ein klassisches Brüstungsfenster in Kombination mit einer Terrassen- oder Balkontür; in Obergeschossen entsteht mit einem Absturzgitter oder einer absturzsichernden Verglasung der beliebte „französische Balkon“.
Wichtig für die Planung: Ein bodentiefes Fenster ist zunächst ein ganz normales Fensterelement in Sonderhöhe — gefertigt wird es millimetergenau nach Ihrem Aufmaß. Entscheidend sind drei Punkte, die wir auf dieser Seite der Reihe nach durchgehen: die richtige Maß- und Anschlussplanung unten am Boden, die Absturzsicherung ab dem ersten Obergeschoss und eine Flügelaufteilung, die sich später auch bequem bedienen und reinigen lässt.
Maße, Höhen und der Anschluss am Boden
Übliche Elementhöhen liegen je nach Geschosshöhe zwischen etwa 2.000 und 2.400 mm; die Breite richtet sich nach der Maueröffnung und der gewünschten Flügelaufteilung. Als Bestellmaß gilt wie immer das Rahmenaußenmaß — von der Maueröffnung ziehen Sie umlaufend rund 10 bis 15 mm Einbaufuge ab. Sehr breite Öffnungen werden nicht als ein einziger Riesenflügel geplant, sondern als Kombination aus Festverglasungen und ein bis zwei Dreh-Kipp-Flügeln: Das hält die Flügelgewichte beherrschbar und drückt den Preis, weil Festfelder ohne Beschlag auskommen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient der untere Anschluss. Beim reinen Fenster (nicht begehbar) steht das Element auf dem Blendrahmenprofil; ein niedriger Sockel von wenigen Zentimetern schützt die Glasfalz vor Spritz- und Wischwasser. Soll das Element dagegen als Durchgang zur Terrasse dienen, planen Sie eine Fenstertür mit flacher, thermisch getrennter Bodenschwelle — mehr dazu auf unserer Seite zu Balkontüren als Fenstertür.
Elementhöhe
Meist 2.000–2.400 mm; maßgeblich ist die Rohbauöffnung minus Einbaufuge. Der Konfigurator prüft die zulässigen Maßgrenzen jedes Profils automatisch.
Flügelaufteilung
Fest + Dreh-Kipp kombinieren statt einen überschweren Einzelflügel zu planen — leichter zu bedienen, langlebiger für den Beschlag, günstiger im Preis.
Sockel und Abdichtung
Unterer Anschluss nach anerkannten Regeln abdichten (innen dampfdicht, außen schlagregendicht); bei Neubau die Höhe des fertigen Fußbodens früh festlegen.
Rollladen und Sonnenschutz
Bei großen Glasflächen den sommerlichen Wärmeschutz gleich mitdenken — Aufsatz- oder Vorbaurollladen bzw. Raffstore lassen sich direkt mitbestellen.
Absturzsicherung: Pflicht ab dem ersten Obergeschoss
Sobald ein bodentiefes Fenster in einem Obergeschoss sitzt und geöffnet werden kann, verlangen die Landesbauordnungen eine Absturzsicherung. Als Faustregel gilt in den meisten Bundesländern: Bis 12 m Absturzhöhe muss die Umwehrung mindestens 80 cm hoch sein, darüber 90 cm — verbindlich ist immer die Bauordnung Ihres Bundeslandes und im Zweifel die Aussage Ihres Planers oder Bauamts.
Technisch haben Sie drei bewährte Wege: ein außen vor der Öffnung montiertes Geländer bzw. Stabgitter (der klassische französische Balkon), eine innenliegende Absturzsicherung aus Glas oder Metall, oder eine absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008-4 im Element selbst. Bei festverglasten bodentiefen Fenstern kann die Verglasung die Sicherung komplett übernehmen; dafür kommt innenseitig Verbundsicherheitsglas (VSG) zum Einsatz.
Französischer Balkon
Gitter oder Glasbrüstung außen vor der Öffnung — der Flügel bleibt komplett öffenbar, die Fassade wirkt trotzdem leicht.
Absturzsichernde Verglasung
VSG-Aufbau nach DIN 18008-4 (Kategorie A–C je nach Einbausituation) direkt im Fensterelement — unsichtbare Lösung ohne Anbauten.
Feststehende Felder
Wo keine Öffnung nötig ist, löst eine Festverglasung mit VSG innen das Thema am einfachsten und günstigsten.
Öffnungsarten und DIN-Richtung richtig wählen
Für den öffenbaren Teil hat sich Dreh-Kipp bewährt: gekippt für die Alltagslüftung, gedreht zum Querlüften und Putzen. Bei zweiflügeligen Lösungen ohne störenden Mittelpfosten lohnt der Blick auf das Stulpfenster — beide Flügel geben die volle Breite frei. Reine Kippflügel sind bei bodentiefen Formaten unüblich; Festverglasungen übernehmen die Flächen, die nicht geöffnet werden müssen.
Die Anschlagrichtung wird als DIN links oder DIN rechts angegeben. Merkhilfe: Sie stehen im Raum und blicken auf das geschlossene Fenster — liegen die Bänder (Scharniere) links, ist es DIN links, liegen sie rechts, DIN rechts. Wählen Sie die Richtung so, dass der geöffnete Flügel nicht gegen Möbel oder in Laufwege schlägt und der Griff gut erreichbar bleibt. Im Konfigurator legen Sie die Öffnungsrichtung je Flügel einfach per Klick fest.
Material und Verglasung: unsere Empfehlung
Kunststoffprofile sind bei bodentiefen Fenstern die erste Wahl fürs Budget: pflegeleicht, wärmedämmstark und in vielen Dekorfarben erhältlich. Wer schlankere Ansichten oder besondere Farbstabilität möchte, greift zu Kunststoff-Aluminium mit außenliegender Aluschale; Holz und Holz-Alu bringen die wohnliche Optik ins Rauminnere. Achten Sie bei großen Elementen auf ausreichende Bautiefe und Stahl- bzw. Thermoarmierung im Profil — beides steckt in unseren Systemen bereits drin und wird vom Konfigurator passend zum Maß geprüft.
Bei der Verglasung ist Dreifach-Wärmeschutzglas heute der sinnvolle Standard: Ug-Werte um 0,5 bis 0,7 W/(m²K) halten die große Glasfläche auch im Winter behaglich, eine „warme Kante“ im Randverbund mindert Tauwasser am Glasrand. Für Südseiten lohnt der Blick auf den g-Wert (Energiedurchlass) und eine außenliegende Verschattung, damit der Raum im Sommer nicht überhitzt. Details zu U-Werten erklärt unser Ratgeber zu energieeffizienten Fenstern.
Budget-Empfehlung
Kunststoffprofil mit 70–82 mm Bautiefe und Dreifachverglasung — solide Dämmwerte zum fairen Preis.
Design-Empfehlung
Kunststoff-Aluminium oder Holz-Alu für schlanke, farbstabile Außenansichten bei großen Glasflächen.
Verglasung
Dreifach-Wärmeschutzglas mit warmer Kante; innenseitig VSG, wo Absturzsicherung gefordert ist.
Sonnenschutz
Bei Süd- und Westlagen Raffstore oder Rollladen einplanen — nachrüsten ist teurer als mitbestellen.
Einbruchschutz bei großen Glasflächen
Bodentiefe Fenster im Erdgeschoss und an Terrassen zählen zu den bevorzugten Angriffspunkten bei Einbrüchen — nicht wegen des Glases, sondern weil Standardbeschläge sich aufhebeln lassen. Wirksam ist die Widerstandsklasse RC2 nach DIN EN 1627: Pilzkopfzapfen-Verriegelungen rundum, abschließbarer Griff und geprüfte Sicherheitsverglasung (P4A) halten der typischen Hebelmethode deutlich länger stand. Für schwer erreichbare Obergeschosse genügt oft RC1N oder eine RC2N-Ausstattung ohne Sicherheitsglas.
Unser Tipp: Rüsten Sie gezielt die erreichbaren Elemente auf RC2 auf, statt pauschal das ganze Haus. Wie Polizei-Empfehlungen, Widerstandsklassen und Nachrüstlösungen zusammenspielen, lesen Sie im Ratgeber Einbruchschutz — im Konfigurator wählen Sie die Sicherheitspakete je Element mit wenigen Klicks.
Praxis-Tipps für Planung und Alltag
Denken Sie beim Grundriss an die Möblierung: Vor einem bodentiefen Fenster steht kein Sideboard, und Heizkörper unter dem Fenster entfallen — alternativ übernehmen Flächenheizung, Heizleisten oder ein Heizkörper an der Nebenwand. Fürs Reinigen sind Dreh-Kipp-Flügel von innen erreichbar; reine Festverglasungen in Obergeschossen sollten von außen zugänglich sein oder mit einem öffenbaren Nachbarflügel kombiniert werden.
Beim Austausch im Bestand lohnt der Brüstungsdurchbruch fast immer eine statische Prüfung, denn aus einem Brüstungsfenster wird eine raumhohe Öffnung. Planen Sie diesen Schritt mit einem Fachbetrieb — das Fensterelement selbst konfigurieren Sie anschließend millimetergenau online und sehen den Sofortpreis inklusive aller gewählten Extras.
Checkliste: in fünf Schritten zum bodentiefen Fenster
Zum Abschluss der kompakte Fahrplan für Ihre Planung — von der ersten Idee bis zur Bestellung. Wer diese fünf Punkte der Reihe nach abarbeitet, vermeidet die typischen Stolpersteine und bestellt beim ersten Anlauf das richtige Element.
1. Einbausituation klären
Erdgeschoss oder Obergeschoss? Daraus folgt, ob und welche Absturzsicherung nötig wird — die Antwort bestimmt Verglasung oder Geländerplanung.
2. Öffnung und Maße festlegen
Rohbau- bzw. Maueröffnung messen, Einbaufuge abziehen, bei Neubau die fertige Fußbodenhöhe fixieren.
3. Aufteilung planen
Festfelder und Dreh-Kipp-Flügel so kombinieren, dass Lüftung, Putzbarkeit und Budget zusammenpassen.
4. Ausstattung wählen
Dreifachglas mit warmer Kante als Basis; je nach Lage VSG, RC2-Paket und außenliegenden Sonnenschutz ergänzen.
5. Im Konfigurator durchrechnen
Varianten nebeneinander konfigurieren und die Sofortpreise vergleichen — Teilung und Ausstattung lassen sich frei durchspielen.
Was kostet das? Sofortpreis im Konfigurator
Was ein bodentiefes Fenster kostet, hängt vor allem von Maß, Flügelaufteilung, Profil und Verglasung ab. Verbindlich und tagesaktuell rechnet der Konfigurator: Maße eingeben, Ausstattung wählen — der Sofortpreis erscheint sofort, inklusive Absturz- und Sicherheitsoptionen.
Fenster generell
ab 54,82 €Maße, Profil, Verglasung und Extras frei wählbar — der Preis wird live berechnet.
Häufige Fragen zu Bodentiefe Fenster
Brauchen bodentiefe Fenster immer eine Absturzsicherung?
Im Erdgeschoss in der Regel nicht. Sobald dahinter aber eine Absturzhöhe liegt — praktisch ab dem ersten Obergeschoss — verlangen die Landesbauordnungen eine Umwehrung, meist 80 cm Höhe bis 12 m Absturzhöhe, darüber 90 cm. Lösungen sind ein französischer Balkon, eine innenliegende Sicherung oder absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008-4.
Wie hoch sind bodentiefe Fenster üblicherweise?
Gängig sind Elementhöhen von etwa 2.000 bis 2.400 mm, abhängig von Geschosshöhe und Sturz. Gefertigt wird millimetergenau nach Ihrem Bestellmaß (Rahmenaußenmaß = Maueröffnung minus ca. 10–15 mm Einbaufuge umlaufend). Der Konfigurator prüft die Maßgrenzen des gewählten Profils automatisch.
Kann man durch ein bodentiefes Fenster auf die Terrasse gehen?
Als reines Fenster steht das Element auf dem Blendrahmen und ist nicht zum Durchgehen gedacht. Für den Terrassenzugang wählen Sie stattdessen eine Balkontür (Fenstertür) mit flacher Bodenschwelle — technisch sehr ähnlich, aber mit begehbarem Schwellenanschluss.
Werden bodentiefe Fenster im Winter kalt oder beschlagen sie?
Mit moderner Dreifachverglasung (Ug ca. 0,5–0,7) und warmer Kante bleibt die innere Glasoberfläche so warm, dass Kaltluftabfall und Tauwasser im Normalbetrieb kein Thema sind. Wichtig sind normale Raumlüftung und eine fachgerecht gedämmte Einbaufuge.
Welche Öffnungsart ist bei bodentiefen Fenstern die beste?
Bewährt ist die Kombination aus Festverglasung und ein bis zwei Dreh-Kipp-Flügeln: viel ungestörte Glasfläche, trotzdem bequemes Lüften und Putzen. Zweiflügelig ohne Mittelpfosten geht als Stulpfenster; komplett feststehende Elemente sind die günstigste Variante, wo keine Lüftung nötig ist.
Sind bodentiefe Fenster einbruchsicher?
Serienmäßig so sicher wie normale Fenster — für erreichbare Lagen (Erdgeschoss, Terrasse) empfiehlt sich die Aufrüstung auf RC2 mit Pilzkopfverriegelung, abschließbarem Griff und P4A-Sicherheitsglas. Diese Pakete wählen Sie im Konfigurator direkt am Element.
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