Französische Fenster
Französische Fenster planen: bodentiefe Fenstertüren mit Gitter oder absturzsichernder Verglasung, Maße, Öffnungsarten und Ausstattung — Sofortpreis im Konfigurator.
Was ist ein französisches Fenster?
Das französische Fenster ist ein bodentiefes, meist zweiflügeliges Fensterelement im Obergeschoss, das sich auf voller Höhe öffnen lässt — ohne dass ein begehbarer Balkon davorliegt. Den Absturz verhindert eine Umwehrung direkt vor der Öffnung: klassisch ein schmiedeeisernes oder modernes Stabgitter, heute oft auch eine Glasbrüstung oder eine absturzsichernde Verglasung im Element selbst. Die Kombination aus Fenster und Gitter heißt französischer Balkon — das Lebensgefühl eines Balkons auf null Quadratmetern Grundfläche.
Der Reiz liegt im Raumerlebnis: Geöffnet verwandelt das französische Fenster das Zimmer in eine Loggia — Luft, Licht und Straßen- oder Gartenblick auf ganzer Raumhöhe, im Sommer fast ein Freisitz. Gleichzeitig ist es die Lösung für Fassaden, an denen ein echter Balkon baulich oder gestalterisch nicht infrage kommt: bei der Altbausanierung, im Dachgeschossausbau oder am Stadthaus mit knappem Grenzabstand. Technisch ist es ein Sonderfall des bodentiefen Fensters — die Grundlagen dazu vertieft unsere Seite zu bodentiefen Fenstern.
Absturzsicherung: das Herzstück der Planung
Weil das französische Fenster im Obergeschoss auf voller Höhe öffnet, ist die Absturzsicherung keine Option, sondern Bauordnungspflicht. Als Faustregel verlangen die Landesbauordnungen eine Umwehrungshöhe von mindestens 80 cm bis 12 m Absturzhöhe und 90 cm darüber — verbindlich ist die Bauordnung Ihres Bundeslandes, im Zweifel entscheidet die Rückfrage bei Planer oder Bauamt.
Drei Lösungen haben sich etabliert. Das außen montierte Gitter oder Geländer ist der Klassiker: Der Flügel öffnet komplett, die Fassade erhält das typische französische Gesicht, und die Befestigung erfolgt in der Laibung oder auf der Fassade. Die Glasbrüstung außen wirkt moderner und hält den Blick frei. Und die absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008-4 verlagert die Sicherung ins Element selbst — sinnvoll vor allem, wenn nur der untere Bereich fest verglast und darüber geöffnet wird. Welche Lösung passt, entscheiden Optik, Budget und die Frage, wie viel Öffnung wirklich gewünscht ist.
Stabgitter / Geländer
Volle Öffnung, klassische Optik — Montage in Laibung oder Fassade, Höhe nach Landesbauordnung.
Glasbrüstung
Moderne, transparente Umwehrung vor der Öffnung — freier Blick auch im Sitzen.
VSG im Element
Absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008-4 — unsichtbare Lösung, ideal mit festem Unterteil.
Maße, Flügel und Öffnungsarten
Typische französische Fenster sind 1.200 bis 1.800 mm breit und 2.000 bis 2.300 mm hoch — Elementhöhen wie bei Balkontüren, gefertigt millimetergenau nach Aufmaß. Das klassische Bild ist zweiflügelig als Stulpfenster: Beide Flügel öffnen nach innen, ohne Mittelpfosten bleibt die volle Breite frei, und genau diese große Öffnung macht den Charme des französischen Balkons aus. Schmalere Varianten funktionieren auch einflügelig; sehr breite Öffnungen kombinieren Öffnungsflügel mit festen Seitenteilen.
Bei der Beschlagswahl gilt: Dreh-Kipp mindestens für einen Flügel, damit die sichere Alltagslüftung ohne offene Flügel funktioniert — gekippt bleibt die Umwehrung ohnehin außen vor. Die Öffnungsrichtung (DIN links/rechts) so planen, dass die aufgeschwenkten Flügel nicht mit Möbeln oder Vorhängen kollidieren; bodentiefe Flügel schwenken tief in den Raum. Da das Element auf dem Blendrahmen steht und nicht begangen wird, entfällt die flache Türschwelle — wer tatsächlich hinaustreten will (echter Balkon, Dachterrasse), plant stattdessen eine Balkontür als Fenstertür.
Ausstattung: Glas, Wärme und Sicherheit
Für die große Glasfläche gilt die Empfehlung aller bodentiefen Elemente: Dreifach-Wärmeschutzglas mit warmer Kante hält die Scheibeninnenseite behaglich und verhindert Kaltluftabfall vor der Öffnung. Wo die Verglasung zugleich die Absturzsicherung übernimmt, kommt innenseitig Verbundsicherheitsglas nach DIN 18008-4 zum Einsatz; bei Gitterlösungen bleibt der Glasaufbau frei wählbar. Nach Süden und Westen gehört außenliegender Sonnenschutz in die Planung — Rollladen oder Raffstore lassen sich am Element mitbestellen.
Die Profilwahl folgt dem übrigen Haus: Kunststoffsysteme von Drutex, VEKA und Salamander sind die wirtschaftliche Basis, Dekorfarben und Kunststoff-Aluminium bedienen die moderne Fassade, Holz-Aluminium die gehobene Sanierung. Im Erdgeschoss und an gut erreichbaren Rückseiten empfiehlt sich die RC2-Ausstattung; im Obergeschoss hinter dem Gitter genügt meist die Standardsicherheit — das Gitter selbst erschwert den Zugriff zusätzlich.
Planung in der Praxis: Alt- und Neubau
Im Neubau ist das französische Fenster ein Grundriss-Geschenk: Es bringt Balkon-Gefühl in Geschosse, deren Fassade keine Auskragung verträgt, und kostet nur den Aufpreis für Element und Umwehrung statt einer kompletten Balkonkonstruktion. Wichtig ist die frühe Koordination von Fensterbestellung und Geländermontage — die Umwehrung muss vor der Nutzung montiert und ihre Befestigung im Wandaufbau vorgesehen sein.
Im Bestand entsteht das französische Fenster meist aus einem Brüstungsdurchbruch: Aus dem normalen Fenster wird eine raumhohe Öffnung — ein Eingriff, der eine statische Prüfung des Sturzes und der Brüstungszone verlangt und in Eigentümergemeinschaften der Zustimmung bedarf. Danach läuft es wie jeder Fenstertausch: Aufmaß der fertigen Öffnung, Einbaufuge abziehen, Element konfigurieren. Die Reihenfolge Durchbruch → Aufmaß → Bestellung hält das Risiko klein; wer umgekehrt bestellt, misst gegen eine Öffnung, die es noch nicht gibt.
Checkliste: zum französischen Fenster in fünf Schritten
Der kompakte Fahrplan von der Idee bis zur Bestellung — mit der Absturzsicherung an der Stelle, an die sie gehört: ganz vorn.
1. Sicherung klären
Gitter, Glasbrüstung oder VSG im Element? Höhenvorgabe der Landesbauordnung prüfen (Faustregel 80/90 cm).
2. Öffnung festlegen
Neubau: Öffnung planen. Bestand: Brüstungsdurchbruch mit Statikprüfung, dann Aufmaß der fertigen Öffnung.
3. Teilung wählen
Zweiflügeliger Stulp für das klassische Bild, einflügelig für schmale Öffnungen, Festteile für große Breiten.
4. Ausstattung bestimmen
Dreifachglas, ggf. VSG nach DIN 18008-4, Sonnenschutz nach Ausrichtung, RC2 bei erreichbaren Lagen.
5. Konfigurieren & abstimmen
Element im Konfigurator durchrechnen; Geländermontage zeitlich mit dem Fenstereinbau koordinieren.
Was kostet das? Sofortpreis im Konfigurator
Ein französisches Fenster kostet deutlich weniger als ein Anbaubalkon: Element plus Umwehrung statt Baukonstruktion. Den Sofortpreis für das bodentiefe Fensterelement in Ihrem Maß zeigt der Konfigurator — die Umwehrung planen Sie mit Metallbauer oder Fachbetrieb dazu.
Fenster generell
ab 54,82 €Maße, Profil, Verglasung und Extras frei wählbar — der Preis wird live berechnet.
Häufige Fragen zu Französische Fenster
Was unterscheidet ein französisches Fenster von einer Balkontür?
Die Balkontür führt auf eine begehbare Fläche und hat eine flache, begehbare Schwelle. Das französische Fenster öffnet auf voller Höhe ins Freie, ohne dass ein Balkon davorliegt — den Absturz verhindert ein Gitter, eine Glasbrüstung oder absturzsichernde Verglasung.
Ist die Absturzsicherung beim französischen Fenster Pflicht?
Ja — sobald dahinter Absturzhöhe liegt, also praktisch ab dem ersten Obergeschoss. Die Landesbauordnungen verlangen als Faustregel 80 cm Umwehrungshöhe bis 12 m Absturzhöhe, darüber 90 cm; verbindlich ist die Bauordnung Ihres Bundeslandes.
Gehört das Gitter zum Lieferumfang des Fensters?
Das Fensterelement konfigurieren Sie bei uns online; Gitter oder Glasbrüstung sind eine separate Bauleistung, die Sie mit Metallbauer oder Fachbetrieb planen. Alternativ übernimmt eine absturzsichernde VSG-Verglasung nach DIN 18008-4 die Sicherung direkt im Element.
Welche Maße sind für französische Fenster üblich?
Meist 1.200 bis 1.800 mm Breite bei 2.000 bis 2.300 mm Höhe — gefertigt wird millimetergenau nach Aufmaß. Das klassische Format ist der zweiflügelige Stulp, der geöffnet die volle Breite freigibt.
Kann ich im Altbau ein französisches Fenster nachrüsten?
Ja — üblicherweise durch einen Brüstungsdurchbruch unter dem bestehenden Fenster. Der Eingriff verlangt eine statische Prüfung und ggf. die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft; danach wird die fertige Öffnung aufgemessen und das Element passgenau bestellt.
Verwandte Fensterarten
Bodentiefe Fenster
Bodentiefe Fenster richtig planen: Maße, Absturzsicherung nach DIN 18008-4, Öffnungsarten, Verglasung und Sofortpreis im Konfigurator.
Mehr erfahren →
Balkontüren (Fenstertüren)
Balkontüren (Fenstertüren) richtig planen: Standardhöhen, flache Schwellen, Dreh-Kipp-Komfort, DIN-Richtung und RC2-Sicherheit — mit Sofortpreis im Konfigurator.
Mehr erfahren →
Stulpfenster
Stulpfenster erklärt: zwei Flügel, volle Öffnung ohne festen Steg, Gehflügel und DIN-Richtung, sinnvolle Maße und Sicherheit — mit Sofortpreis im Konfigurator.
Mehr erfahren →
Noch mehr Wissen rund um Fenster finden Sie in unserem Ratgeber — und wenn es um konkrete Größen geht, helfen die Empfehlungen unter Fenster nach Maß weiter.